Pionierlösungen

Biomasse

Verwendung von organischem Material, um erneuerbare Energie zu erzeugen und Kohlenstoff auf innovative Weise zu speichern

Dauerhaftes Entfernen von Kohlenstoff

24 % des Fonds ausgegeben

Was ist Biomasse? Im Grunde alles das, was um uns herum wächst, also organisches Material, das von Pflanzen und Tieren stammt, wie Holz, Nahrungsmittel oder Mist. Spannend wird es, sobald man Wärme hinzufügt: Thermisch aufbereitete Biomasse kann Elektrizität, Biogas oder Biokraftstoffe (wie Ethanol und Biodiesel, also erneuerbare Kraftstoffe, die bei ihrer Verwendung oft weniger Kohlendioxid ausstoßen als fossile Brennstoffe) erzeugen.

Wenn Biomasse unter Sauerstoffmangel stark erhitzt wird, passiert etwas Magisches. Dieser Prozess wird Pyrolyse genannt. Der Begriff leitet sich von den griechischen Begriffen "pyro" (Feuer) und "lysis" (trennen) ab. Wenn die Pyrolyse richtig durchgeführt wird, entstehen zwei wertvolle Nebenprodukte: Bioöl und Biokohle. Beginnen wir mit dem Öl.

Bioöl

Bioöl kann aufbereitet und in Biokraftstoff umgewandelt werden. Das Problem ist, dass das Bioöl, das durch diesen Prozess hergestellt wird, stark raffiniert werden muss. Viele Forscher und Unternehmen versuchen herauszufinden, wie man diesen Prozess effizienter und kostengünstiger gestalten kann. Aber ein Unternehmen hat das Problem von einer anderen Seite beleuchtet und eine kreative Lösung für die Nutzung von Bioöl gefunden: die direkte Entsorgung.

Unternehmen im Spotlight

Charm Industrial

Charm Industrial hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von CO₂ in der Erdatmosphäre wieder auf 280 ppm zu senken, was dem Wert vor der industriellen Revolution entspricht. Dazu will das Unternehmen Bioöl tief unter der Erde lagern.

Die Methode von Charm ist einzigartig. Man stellte sich die Frage, was möglich wäre, wenn Bioöl nicht zu Treibstoff veredelt werden müsste und stattdessen unraffiniert bleiben könnte?

Die Sache ist die: Bioöl hat einen hohen Kohlenstoffanteil, der von dem Produkt stammt, aus dem es gewonnen wurde, d. h. im Fall von Charm Sägemehl und Maisreste. Anstatt dieses Öl in ein brauchbares Produkt umzuwandeln, beschloss Charm, es dauerhaft in der Erde zu binden. Doch wo genau? In industriellen Entsorgungsschächten und Salzkammern unter der Erde.

Bioöl lässt sich leicht dauerhaft binden. Es ist schwerer als Wasser und sinkt auf den Grund der Felsformationen, in die es eingespeist wurde – es möchte dauerhaft unter der Erde bleiben. Es ist besser geeignet als das CO₂, das für die traditionelle Kohlenstoffbindung verwendet wird. Dieses CO₂ ist nämlich leichter als Wasser, steigt an der Stelle der Einspeisung ganz nach oben und sucht einen Weg zurück in die Atmosphäre.

Für jede Tonne sequestriertes Bioöl werden 1,35 Tonnen CO₂ entfernt (und das unter Berücksichtigung der Energie, die während der Produktion, des Transports und der Einspeisung ausgestoßen wird). Charm steht noch am Anfang, aber das Unternehmen wächst schnell und wird dieses Jahr mit der Einspeisung beginnen. Shopify ist der zweite Kunde von Charm. Unser Kauf wird die Kostenkurve von Charm um 10 % senken und dem Unternehmen helfen, seine Technologie zu testen und auszubauen.

"Im vergangenen Jahrhundert haben die Menschen Hunderte von Gigatonnen fossiler Brennstoffe abgebaut und verbrannt, wodurch der Gehalt an CO₂ in der Atmosphäre von 280 ppm auf 415 ppm angestiegen ist. Charm hat eine neue, zum Patent angemeldete Methode entwickelt, um das rückgängig zu machen: die Bindung von Bioöl."

– Shaun Meehan, Mitgründer von Charm

Biokohle

Biokohle ist das kohlenstoffreiche Feststoffprodukt der Pyrolyse. Der Pyrolyse-Prozess kam früher in den Amazonasgebieten sehr häufig zum Einsatz, als die Menschen ihre Abfallprodukte, wie Kompost, Mist und zerbrochene Tonwaren, vergruben und verbrannten. Der durch das Vergraben verursachte Mangel an Sauerstoff führte zu dem speziellen Verbrennungsprozess namens Pyrolyse, bei dem kohlenstoffreiche Holzkohle entstand. Das Ergebnis wurde als "terra preta" bezeichnet, was "schwarze Erde" bedeutet. Heute werden Pyrolyse-Maschinen eingesetzt, um diesen Prozess nachzuahmen, wobei Biomasse verwendet wird, die sich andernfalls zersetzen oder zur Entsorgung verbrannt werden würde.

Jede Tonne produzierte Biokohle bindet etwa drei Tonnen CO₂. Es wird zwar noch diskutiert, aber Biokohle scheint einen positiven Einfluss auf die Bodenqualität zu haben. Studien haben gezeigt, dass Biokohle die landwirtschaftlichen Erträge, die Wasseraufnahmefähigkeit und den Nährstoffanteil erhöhen kann. Daher entstehen immer mehr Möglichkeiten zur Nutzung dieses Produkts: für die Verbesserung des Bodens und der Pflanzengesundheit, zum Schutz vor Austrocknung, zur Sanierung verschmutzter Böden und für die Kohlenstoffbindung, um nur einige zu nennen.

Unternehmen im Spotlight

Puro.earth

Puro.earth bezeichnet sich selbst als "den weltweit ersten Marktplatz für die Entfernung von Kohlenstoff". Das Unternehmen bringt Anbieter kohlenstoffneutraler Technologien (d. h. Prozesse, die mehr Kohlenstoff entfernen als sie ausstoßen) und Käufer zusammen, die verifizierte Zertifikate zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen erwerben.

Der Marktplatz konzentriert sich auf Unternehmen, die große Mengen Kohlenstoff beseitigen und für mindestens 50 Jahre speichern können. Über Puro.earth erwirbt Shopify Zertifikate zur Kohlenstoffbeseitigung von drei Biokohle-Lieferanten:

Carbofex

Standort:
Finnland

Carbofex erzeugt Biokohle aus Durchforstungen von Wäldern, die man sonst der Zersetzung überlassen würde. Unter Durchforstung versteht man das selektive Fällen von Bäumen, um die Wachstumsrate und die Gesundheit der verbleibenden Bäume zu verbessern.

ECHO2

Standort:
Australien

ECHO2 erzeugt Biokohle aus recyceltem Holz, das sonst verbrannt oder auf einer Deponie gelagert werden würde.

Ecoera

Standort:
Schweden

Ecoera erzeugt Biokohle aus den Rückständen der industriellen Saatgutproduktion, die andernfalls als Abfall entsorgt werden oder sich zersetzen würden.